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Zeit im Glück – Das Leben in zwei deutschen Welten (1/2)

Geschichten, die das Leben schreibt


Unser Freund feiert morgen auf Kreta seinen 75. Geburtstag. Ihm zu Ehren starten wir unsere neue zweimonatliche Serien “Geschichten, die das Leben schreibt”

Lassen Sie sich überraschen!!!

“Ich bin Michael und die Beiden, Lieschen und Müller, die ich lange Jahre kenne, haben mich gefragt, ob ich Ihnen meine Geschichte erzählen möchte. Erst war ich etwas zögerlich, weil ich dachte, wer will so etwas schon lesen oder hören. Aber desto mehr ich mich mit dem Gedanken vertraut machte, desto mehr Freude bereitete mir die Idee und ich sortierte meine Gedanken…..

Vom Riesengebirge nach Haale/Saale

Ja, ich bin Ende des 2. Weltkrieg 1945 mitten im Riesengebirges geboren. Den Arbeiter- und Bauernstaat habe ich nie gemocht! Vielleicht lag es auch an meiner Erziehung.
Mein Vater fiel im Krieg und meine übrige Familie, das heißt meine Mutter, meine Schwester und meine Großeltern, mütterlicherseits, landeten in der Nähe von Halle/Saale.
Von der Verwandschaft seitens meines Vaters weiß ich nur, dass zwei seiner Brüder ebenfalls sinnlos gefallen sind und meine Oma – auf dem Treck von Lansberg an der Warthe, dem heutigen Gorzow -verhungert ist!
Ein denkbar traurige Ausgangssituation für diesen neuen Bauernstaat!

Immer wieder fehlte jemand aus der Nachbarschaft

Meine Großeltern, beide um die 60 Jahre alt, jammerten nur über den Verlust ihrer Heimat im Riesengebirge. Meine Mutter verdiente sich zunächst Geld durch “Hausnäherei”, später arbeitete sie als Sekretärin. Die Großeltern schimpften ständig auf die Kommunisten und Sozialisten, während meine Mutter aus Angst, dass wir Kinder etwas Falsches gegen diesen Staat sagten, beschwichtigte. Im Laufe meines Lebens konnte ich erahnen, in welchem Spannungsfeld meine Mutter in diesen Situationen stand. Es war damals die Zeit des tiefsten Stalinismus ! und stets fehlte immer wieder jemand plötzlich aus der Nachbarschaft. Entweder war er “rübergemacht”, oder er war ein Feind des Sozialismus und wurde festgesetzt. 

Große und kleine Streiche

Die Grundschule bis zur 8. Klasse habe ich gut überstanden. Ich erinnere mich heute noch gerne an die kleinen oder großen Streiche, die ich mit meinen Freunden in der Grundschulzeit meinen Lehrern angetan habe. Mal waren sie wütend, mal belustigt. In der Regel waren es aber sehr strenge Lehrer und meine arme Mutter musste öfter mal in der Schule antanzen.

Dennoch durfte ich die Oberschule in Haale besuchen. Auch hier ging es gut bis sehr gut bis zum Bau der Mauer. Über dem gesamte Land lag eine explosive Anspannung, die durch die verschärften Grenzsicherungen verstärkt.

Der Mauerbau – ein Schock

Ich war damals 16 1/2 Jahre und die Nachricht traf mich wie ein Schock. Natürlich hatte ich im Sinn, nach dem Abitur und vor allem mit der Volljährigkeit, die DDR zu verlassen.
Zu Beginn des Schuljahres Anfang September wurde politisch stark aufgedreht. Die Klassenlehrer wurden aufgefordert und verlangten von uns, dass wir uns freiwillig zur NVA (Nationale Volksarmee) verpflichten sollen. (Damals gab es in der DDR noch keine Wehrpflcht, die wurde erst im Februar 1962 eingeführt), für mich ein absolutes No-Go !!!

Bitte lesen Sie in der Fortsetzung, was mir dann passierte….

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